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Kapitel 7: Der große Coup

Am Sonnabend, den 08. November 2003 dann das Unerwartete: "Spreepark-Witte verhaftet" stand in dicken, schwarzen Lettern auf den Titelseiten der Tageszeitungen. Die erste Frage, die man sich sofort stellt, lautet: Wieso wurde er verhaftet?


Foto: Dieses UFO stand früher mitten im Spreepark. Nach der Schließung kaufte eine Künstlerin das Objekt, brachte es auf die andere Spreeseite und nutzt es nun als Gartenlaube.


Norbert Witte wurde der langjährige Bekannte und Kreditvermittler zum Verhängnis und er musste erkennen, dass die Quelle seiner peruanischen Kredite die ansässige Drogenmaffia war. Dieser Bekannte schlug einen Deal vor, bei dem Witte seine Schulden bei der Maffia bezahlen könne und genug verdienen würde, um sich seine Heimreise zu finanzieren. Die Familie erhielt von ihm sogar einen Vorschuss in Höhe von 15.000 Dollar für einen Rohgoldtransport über den Ozean. Das Rohgold entpuppte sich zu Wittes Überraschung als Kokain. Aufgrund der erhaltenen Vorschusszahlung und der Tatsache, dass die Familie mit Waffengewalt von den Geldgebern bedroht wurde, konnte er sich nach eigener Aussage nicht mehr aus dem Deal zurückziehen.
181 kg Kokain, mit einem Marktwert von etwa 15 Millionen Euro, sollte Witte im 12 Meter hohen Stahlmast seines "Fliegenden Teppichs" nach Holland schmuggeln und dafür 700.000 Dollar erhalten.


Foto: Der "Fliegende Teppich" im Spreepark

Die Umstände in Peru und letztlich dieser enorm große Drogenschmuggel setzten Wittes Gesundheit mehr und mehr zu. Vor allem sein Herz schien dem psychischen Druck nicht standzuhalten. Er erlitt mehrere leichte und schwere Herzinfarkte, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Er beschloss nach einem schweren Herzinfarkt sich wenige Tage vor dem Schmuggel nach Deutschland zu einem Herzspezialisten ausfliegen zu lassen. Die Drogenmafia bestand darauf, dass Wittes Sohn Marcel zum Pfand da bleiben musste. Marcel stimmte sofort zu, denn sein Vater lag mittlerweile im Sterben.


Foto: Norbert Witte in einem Fernseh-Interview (1A - 1993)

Beim holländischen Empfänger kam das Kokain jedoch nie an, da die Schmuggler von der Drogenfahndung abgehört wurden. Am 05. November 2003, noch im Hafen von Lima, wurde der "Fliegende Teppich" in seine Einzelteile zerlegt und das Kokain sichergestellt. Vorort wurden fünf Männer festgenommen, darunter auch Wittes 23-jähriger Sohn, der in diesem Moment mit seinem kranken Vater in Berlin telefonierte. Norbert Witte wurde wenige Stunden später auf dem Weg zu seiner Ehefrau festgenommen und aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes direkt in das Haftkrankenhaus Moabit eingeliefert. Als er dem Haftrichter vorgeführt wurde, erlitt Witte erneut einen Herzinfarkt.


Foto: Die Schwäne der ehemaligen Schwanenfahrt stehen mitten auf dem Weg.

Der Prozess gegen ihn fand in der 12. Großen Strafkammer des Berliner Kriminalgerichts statt. Witte war täglich nur circa zwei Stunden verhandlungsfähig. An einem Verhandlungstag sah er bereits nach einer Stunde so blass aus, dass sich sogar die Staatsanwältin große Sorgen um den Gesundheitszustand des Angeklagten machte und die Verhandlung unterbrach. Für den Notfall standen immer zwei Sanitäter vom Roten Kreuz vor der Tür bereit.


Foto: Von dieser S-Bahnbrücke haben wir zu Beginn des Berichts das Riesenrad über den Baumwipfeln gesehen.

Einige Tage vor Verkündung des vermeintlichen Urteils, am 06. Mai 2004, erkannte ein Amtsrichter die Schöffin des Witte-Prozesses im Fernsehen. Sie hatte selbst schon einmal auf der Anklagebank gesessen und war wegen Titelmissbrauches verurteilt worden. Der Prozess wurde unter anderer Besetzung wiederholt. Der neue Termin für das Urteil war der 19. Mai 2004.

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