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Kapitel 3: Kirmes-Unfall



Foto: Der Eingang zum Spreepark (1999)

Als Hintergrundwissen für die späteren Ereignisse im Plänterwald werfen wir einen Blick in das Hamburg der 80er Jahre.




Foto: Die zugewucherten Riesentassen, Roting Cup

Auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg findet, wie jedes Jahr, der "Hamburger Dom" statt, eines der größten Volksfeste Deutschlands. Hier kommt es am 14.08.1981 zu einem folgenschweren Unfall, bei dem sieben Menschen ums Leben kommen und 15 verletzt werden.


Foto: Die verrottete Kinderbühne, auf der von 1992 bis 2001 die Clowns Hops und Hopsi mit ihrem Kinderprogramm 3x täglich auftraten

Norbert Witte ist ein Hamburger Schausteller, der sich mit 24 Jahren für 2,5 Millionen DM die Kompaktloopingbahn "Katapult" zugelegt hat und damit die Plätze in Deutschland bereist. In der Nacht vom 13. auf den 14. August 1981 möchte er an seiner Loopingbahn das defekte Getriebe ausbauen. Um die Einnahmeverluste möglichst gering zu halten, möchte Witte das defekte Teil so schnell wie möglich zum Hersteller schicken.


Foto: Wittes damalige Loopingbahn Katapult

Der Festplatz ist seit mehreren Minuten geschlossen. Das benachbarte Flugkarussell "Skylab" stellt seinen Fahrbetrieb ein. Witte gibt seinen Mitarbeitern die Anweisung mit den Ausbauarbeiten zu beginnen und verlässt die Kirmes in Richtung Wohnwagen. Doch "Skylab" startet kurze Zeit später zu einer zusätzlichen Fahrt. Wittes Kranausleger befindet sich mittlerweile jedoch in der Flugbahn des "Skylab", das Unheil nimmt seinen Lauf: Das Karussell kollidiert mit dem Kran, die Gondeln werden aufgeschlitzt. Sieben Tote und 15 zum Teil Schwerverletzte. Das ist bis heute (Stand 2009) das schwerste Kirmesunglück in Deutschland.


Foto: Das ehemalige Verwaltungsbüro des Spreeparks

In den folgenden Jahren gibt es mehrere Prozesse gegen alle Beteiligten des Unglücks, auch gegen Witte. Er selbst war beim Unfall zwar nicht anwesend, gab jedoch den Auftrag zu den Ausbauarbeiten mit Hilfe des Krans. Er wird wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Auf Grund eines Formfehlers hebt der Bundesgerichtshof das Urteil auf, der Fall wird erneut aufgerollt. Letztendlich wird das ursprüngliche Urteil von einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung bestätigt.


Foto: Ein Büro: Da scheint wohl jemand irgendetwas gesucht zu haben!

Witte verkauft seine Bahn für 600.000 DM (Kaufpreis 2,5 Mio.) und reist mit seiner Familie durch Deutschland, Jugoslawien und Italien. Bis heute berichten die Medien, er habe seither auf deutschen Rummelplätzen ein Betriebsverbot. Dem war und ist jedoch nicht so, da er auch nach dem Unfall Fahrgeschäfte auf den größten Rummelplätzen Deutschlands, auch weiterhin auf dem Hamburger Dom, betreibt.


Foto: Ein Blick in die ehemalige Kleiderkammer des Personals

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Einen virtuellen Rundgang, Hintergrundinformationen sowie Archivmaterial (Fotos und Videos von Fahrgeschäften und Shows) finden Sie unter anderem auf der neuen ca. 8-stündigen Spreepark-DVD!

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