Spreepark Plänterwald - Seite 9

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Dieses Kapitel soll einen Einblick in die jüngste Vergangenheit der Ereignisse rund um den Spreepark und seine mögliche Zukunft geben, als auch das Schicksal der Familie Witte in kurzen Stichpunkten beleuchten.

10.10.2005: Norbert Witte hat großes Glück in seiner Haft, denn die "Zweidrittel-Regelung" kommt für ihn in Frage. Das hat die Justiz ihm kürzlich bestätigt. Bei guter Führung wäre der Tag der Entlassung der 04. Juli 2008.

04.11.2005: Auf den Tag genau ist es nun 4 Jahre her, dass der Spreepark seine Tore geschlossen hat. Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat den Senat aufgefordert, ein Konzept zur Renaturierung des Spreeparks auszuarbeiten.

15.02.2006: Ingemar Thalin (55), ein schwedischer Künstler, will den geschlossenen Spreepark zum Kunstwerk erklären. Er nennt sein Werk "Kulturdenkmal". Die öffentliche Proklamation findet am 17. Februar 2006 im Studio 22 in der Rotherstraße in Friedrichshain statt. Vom 18. Februar bis 12. März bietet Thalin an jedem Samstag und Sonntag, jeweils 15 Uhr, Führungen um die Skulptur an. Im Studio 22 ist vom 18. Februar bis zum 10. März (Mi.-So., 12-16 Uhr) eine Ausstellung mit Zeichnungen von Gertrud Winberg und Fotografien von Henrik Strömberg zu sehen. Thalin: "Der Spreepark ist eine perfekte Skulptur. Er hat eine bestimmte Form, ist abgegrenzt durch den Zaun, hat einen Inhalt und man kann drum rumgehen."
Sein nächstes Kunstwerk betreffe die Alleen von Vancouver. Weitere Infos über den einstigen Gymnasiallehrer und Priester unter: http://www.thalin.org

Ingemar Thalin, schwedischer Künstler

Foto: Ingemar Thalin, schwedischer Künstler

01.07.2006: "Der letzte Cowboy der Nation - Die Abenteuer des Norbert Witte": Ein Film über einen verlassenen Vergnügungspark in Ost-Berlin, über Kirmesleute und Betrug, aber auch über ein Grab in Hamburg, über Peru und über die letzten Cowboys Deutschlands. Oder kurz gesagt: über das Leben des Norbert Witte.
Weitere Infos und den Film zum Ansehen finden Sie HIER!

Stephane Kaas, holländischer Kunststudent

Foto: Stephane Kaas, holländischer Kunststudent

05.07.2006: Die SPD und die Linkspartei.PDS fordern im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses den Senat dazu auf, zusammen mit dem Liegenschaftsfonds und dem Spreepark-Insolvenzverwalter dafür zu sorgen, dass das denkmalgeschützte Ausflugslokal "Eierhäuschen" aus dem Erbbaupachtvertrag des Spreeparks herausgelöst wird und saniert werden kann.

21.07.2006: Vor der Premiere des Stückes "Geschichten aus dem Plänterwald" am 24. August 2006 lädt die Neuköllner Oper zu drei sonntäglichen Aktionen in den Plänterwald. Treffpunkt sind jedes Mal die ehemaligen Kassenhäuschen. Am 30. Juli gibt es ein Picknick mit Musik und Performances, am 06. August werden die Jahrmarktgeister des Plänterwalds zu neuem Leben erweckt und am 13. August werden neue Wege durch den Plänterwald entdeckt. Die Aktionen beginnen jeweils um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Weitere Infos unter: www.neukoellneroper.de

22.09.2006: Marcel Witte wurde in Peru zu 20 Jahren Haft verurteilt. Norbert Witte entlastete seinen Sohn, seine Aussage, die in Deutschland aufgenommen wurde, kommt allerdings beim peruanischen Gericht nie an.

19.11.2006: Der Mystery Park in der Schweiz, von Bestseller-Autor Erich von Däniken, muss wegen Besuchermangels schließen. Er könne sich eine Neuauflage des Mystery Parks in Berlin vorstellen. Im Gespräch ist auch das Grundstück des ehemaligen Spreeparks.

01.01.2007: Permakultur-Studenten zeigen Interesse am Spreepark. Sie befassen sich mit Themen der Ökologie, Ökonomie und des sozialen Miteinanders. Sie wollen den Spreepark in 3 Zonen einteilen.
Zone 1: Rund um die Wildwasserbahn soll eine Wildniszone entstehen.
Zone 2: Rund um das Riesenrad soll der öffentliche Bereich mit Lehr- und Seminarräumen, Werkstätten, Gewächshäusern, Naturlehrpfad und Streichelzoo gebaut werden.
Zone 3: Im ehemaligen Westerndorf soll Raum für Unterkünfte geschaffen werden.
Hauptinitiator Tobias Mosner hat mit dem Liegenschaftsfonds gesprochen, Zugang zum Gelände bekommen und Kontakt mit der Deutschen Bank, dem Spreepark-Hauptgläubiger.
Weitere Infos zum Konzept der Initiative "Permakultur Zentrum Berlin" unter: www.permakultur-zentrum-berlin.de Derzeit offline!

06.05.2008: Nach vier Jahren wird Norbert Witte (53) aufgrund guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen, somit wurde er noch unter der "Zweidrittel-Regelung" entlassen. Er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um seinen Sohn Marcel aus dem peruanischen Gefängnis zu holen. Aus Angst, von den Behörden in Peru noch mal verurteilt zu werden, wird er nicht nach Peru reisen.
Witte wohnt bei einem Freund in Berlin-Schöneberg und arbeitet als Hausmeister in einer Tabledance-Bar in Charlottenburg.

30.05.2008: Nachdem das Kammergericht Berlin bereits Ende 2007 die Berufung von Rolf Deichsel zurückgewiesen und der Räumungsklage des Spreepark-Insolvenzverwalters stattgegeben hat, müssen alle Einwohner des Westerndorfes bis Ende Mai 2008 das Gelände räumen. Deichsels Angebot das Westerndorf symbolisch für einen Euro dem Grundstück zu überschreiben, um somit einen Abriss und damit verbundene Kosten zu vermeiden, wird vom Insolvenzverwalter abgelehnt. Das rund zwei Millionen Euro wertvolle Westerndorf muss dem Erdboden gleich gemacht werden. Der Bahnhof, der hintere Eingang des Forts und das Stuntshow-Haus bleiben verschont, da sie zur Insolvenzmasse des Spreeparks und nicht Rolf Deichsel gehören.

25.06.2008: Der Berliner Radiosender 94,3 rs2 sendet zusammen mit dem Team von www.berliner-spreepark.de im Rahmen der Morningshow "Haacke & Co" live aus dem Spreepark.

rs2-Moderator Christian Haacke

Foto: rs2-Moderator Christian Haacke

04.07.2008: Der Insolvenzverwalter gibt das Gelände frei, da es nur Kosten verursache. Ein neuer Investor sei nicht in Sicht, deshalb geht das Grundstück zurück an die Eigentümerin Pia Witte.

14.01.2009: "Ufo-Guru Däniken will den Spreepark" titelt die Berliner Tagespresse. Der mittlerweile 73-jährige Schweizer Bestseller-Autor Erich von Däniken hat nach wie vor Interesse am Areal des ehemaligen Vergnügungsparks. Er möchte seinen "Mystery Park", der 2006 wegen zu hoher Kosten und Besuchermangel in der Schweiz geschlossen werden musste, in Berlin neu aufleben lassen. Er glaubt, sein Park, in dem er die Rätsel des Universums erläutern will, habe in einer Großstadt wie Berlin bessere Chancen. Die Gespräche mit Berlin und dem Liegenschaftsfonds laufen.

27.01.2009: "Achterbahn" - Ein 88-minütiger Dokumentarfilm von Peter Dörfler über Norbert Witte und seine Familie wird am 08.02.2009 um 19:30 Uhr im Rahmen der Berlinale 2009 Premiere in Berlin feiern.
Weitere Infos zum Film "Achterbahn" finden Sie HIER!

02.04.2009: Die Firma "Kleist Projekt- und Development GmbH" bekundet Interesse am Spreepark und will dort versunkene Kulturen, wie Inkastädte oder europäisches Mittelalter, in einem "Lost-World-Freizeitpark" ausstellen. Die zuständigen Behörden sind sich noch nicht einig und zeigen wenig Optimismus. Herr Kleist stellt sein Vorhaben im Rathaus Treptow vor. Er möchte 47 Millionen Euro investieren, rechnet im Jahr allerdings nur mit maximal 300.000 Besuchern. Interessant dürfte der Eintrittspreis sein, der diese enormen Investitionen ausgleichen soll.

01.08.2009: Im Rahmen der Aktion "40 Jahre Rummel im Plänterwald" bieten die vor Ort zuständige Sicherheitsfirma und www.berliner-spreepark.de Interessierten die Möglichkeit, für 15 Euro an einer 2-stündigen Führung durch den fast vergessenen Freizeitpark teilzunehmen. Die Führungen sollen im August (ab 09.08.2009) samstags und sonntags je 3x am Tag stattfinden.

Impressionen der Spreepark Führungen

Foto: Impressionen der Spreepark-Führungen

21.08.2009: Aufgrund der großen Nachfrage werden die Führungen bis zum 04.10.2009, dem 40. Jahrestag der Kulturpark-Gründung verlängert.

28.09.2009: Aufgrund der großen Nachfrage werden die Führungen nochmals verlängert. Bis zum 01.11.2009 haben Besucher die Chance sich den verlassenen Freizeitpark anzusehen.

06.10.2009: Die Berliner Tageszeitung BZ schreibt heute "WITTE WILL DEN SPREEPARK WECKEN". Um es an dieser Stelle gleich korrekt darzustellen: Das LOST WORLDS Projekt der Kleist Projekt- und Development GmbH hat natürlich weiterhin Vorrang. Norbert Witte meinte mit seiner Aussage während einer Führung: Er müsse schauen, was passiert, sollte das Projekt LOST WORLDS scheitern. Sollte Herr Kleist nicht ausreichend Geld für seinen Park zusammenbekommen, dann wäre die Wiedereröffnung des Spreeparks eine Alternative, die er sich dann überlegen würde.

Norbert Witte am Steuer der Parkeisenbahn

Foto: Norbert Witte am Steuer der Parkeisenbahn

01.11.2009: Um 16 Uhr fand die letzte Spreepark-Führung statt. Eingeladen waren ehemalige Mitarbeiter und besondere Besucher der vergangenen Führungen. Als besondere Attraktion gab es einige Überraschungen zu erleben. Unter anderem gaben Clown Hops und Hopsi nach 8 Jahren Clowns-Rente ihr erstes Konzert auf ihrer alten Bühne im Spreepark. Zum krönenden Abschluss wurde sogar das Riesenrad beleuchtet.

Impressionen der vermeintlich letzten Spreepark Führung vom 01.11.2009

Foto: Impressionen der vermeintlich letzten Spreepark-Führung vom 01.11.2009

03.11.2009: Aufgrund nicht enden wollender Nachfrage werden die Führungen letztmals bis zum 06.12.2009 verlängert. Ab sofort finden die Führungen nur noch sonntags um 13 Uhr statt.

07.11.2009: Nach 8 Jahren und 3 Tagen Stillstand im Plänterwald drehte sich heute das Riesenrad erstmals wieder! Ein erneuter Beweis, dass viele Medienberichte nicht wahrheitsgemäß sind. Bis vor kurzem titelte man: "Alles im Park habe nur noch einen Schrottwert, weil nichts funktioniert!" Das Team von www.berliner-spreepark.de durfte sich heute bei der Jungfernfahrt vom Gegenteil überzeugen.

29.01.2010: Wegen großer Nachfrage werden die Spreepark-Führungen ab dem 07. Februar 2010 sonntags fortgesetzt. Neu: Das kleine Spreepark-Museum! Kulturpark-Material, Entwürfe zur Umgestaltung des Kulturparks zum Spreepark, Spreepark-Fotos und vieles mehr!

Spreepark-Museum

Foto: Das kleine Spreepark-Museum


18.02.2010: Durch die schwere Schneelast riss die Plane des Zirkuszelts an mehreren Stellen. Damit es nicht unkontrolliert einstürtzt und womöglich die umliegenden Kulissen beschädigt wurde das Zelt vorsorglich abgebaut.

Zirkuszelt abgebaut

Foto: Das Zirkuszelt beim Abbau


10.03.2010: Die DVD zum Kinofilm ACHTERBAHN ist ab 30. April 2010 im Handel erhältlich! Bestellen Sie die DVD hier!

22.03.2010: Im Rahmen der Spreepark-Führung vom 21.03.2010 erhielten die Besucher die Möglichkeit mit Norbert Witte ins Gespräch zu kommen. Auf die Frage was aus dem Spreepark zukünftig werden soll, antwortete er: „Sollte die LOST WORLDS Investorengruppe scheitern, müssen wir reagieren um den Park vor weiteren Verfall und Wandalismus zu bewahren. Das Grundstück darf nicht, wie bisher seit über 8 Jahren, ungenutzt bleiben.“
Geplant ist eine Wiederbelebung des denkmalgeschützten Eierhäuschens am Spreeufer in Verbindung mit einem Restaurantschiff welches dort vor Anker gehen soll. Außerdem soll ein kleiner Teil des ehemaligen Freizeitparks als saisonaler Rummel unter Nutzung einiger vorhandener Fahrgeschäfte und wechselnder Schaustellern wiedereröffnet werden. Schritt für Schritt möchte man somit den Aufbau eines kleinen Freizeit- und Familienparks für Berlin-Brandenburg finanzieren.
Die Gespräche mit den zuständigen Ämtern, Banken und dem TÜV sind angelaufen. Bis zur geplanten Wiedereröffnung können jedoch noch mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre, vergehen.




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